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Re: Namensendung "in" bei weiblichen Nachnahmen

Verfasst: Sa 26. Feb 2011, 08:46
von Hans-Hermann Goebel
Die Goebelin 1777

Re: Namensendung "in" bei weiblichen Nachnahmen

Verfasst: Sa 26. Feb 2011, 11:42
von StephanWiegert
Hallo in die Runde,

jetzt, wo ich das mal genauer betrachtet habe, sind mir Einträge (die ich zum Glück alle aus einen KB kopiert habe) wieder eingefallen, die dann doch für mich interessant sein könnten. Ich habe nämlich bei vielen Einträgen, wo es Wiegert, manchmal auch ohne e, also Wigert, auch Wiget und Wiger gab, den Namen Wigerlin gelesen. Also alles aus dem Ort und Region, wo meine Vorfahren bis ca. 1600 nachweisbar sind.

Nun meine Frage: Könnten diese Einträge für mich nun doch relevant werden oder sein, da es später auch männliche Personen gab, die Wigerlin hießen?

Re: Namensendung "in" bei weiblichen Nachnahmen

Verfasst: Sa 26. Feb 2011, 21:19
von Dietmar Eichhorn
Kann ich mir nicht vorstellen, Stephan. Nach meinem Kenntnisstand gab es niemand, der die weibliche Form des Nachnamens übernommen hat als männlicher nachkomme. Aber ich lasse mich gerne belehren.... gab es echt sowas?

Re: Namensendung "in" bei weiblichen Nachnahmen

Verfasst: Sa 26. Feb 2011, 23:20
von StephanWiegert
Hallo,
evtl. dass es die weibliche Form irgendwann weitergegeben hat und so der Nachname entstanden ist. Es ist nämlich für mich schon seltsam zu sehen, dass ausgerechnet in nur einer Region der Name Wigert, Wiger und Wigerlin vorkommt und diese Varianten bundesweit dann nicht mehr.

Für andere Theorien oder Ideen bin ich immer dankbar.

Re: Namensendung "in" bei weiblichen Nachnahmen

Verfasst: So 27. Feb 2011, 20:41
von Reinhold Uhl
Ich habe da auch so ein Beispiel einer geborenen Frau Fach, in der Urkunde bzw Kirchenbuch als Fachin benannt.
Das war in Queckborn

Re: Namensendung "in" bei weiblichen Nachnahmen

Verfasst: Mo 28. Feb 2011, 15:19
von Kirsten Golz
Hallo zusammen,

ich bin in meiner Norddeutschen Dorfchronik im Bereich 16.- 18. Jahrhundert auf ein ähnliches Phänomen gestoßen.
Dort werden die Witwen oder die schon älteren Töchter oft mit der Endung -en bezeichnet.
Also z.B FRAHMEN statt Frau FRAHM u.a.

So hat jede Region seine Eigenheiten.
Gruß Kirsten

Re: Namensendung "in" bei weiblichen Nachnahmen

Verfasst: Mi 2. Mär 2011, 04:29
von Waltraud Horchheimer
.... bei mir kommt auch um 1800 eine Kocher(in) vor.
Dazu fällt mir aus dem Berufsleben etwas ein: Normalerweise hießen die Frauen...
z.B. Frau Maier, Frau Müller. Wenn es schnell gehen musste, oder wenn irgendwo
ein Fehler war, hießen sie dann plötzlich: d' Maier(i)n, d' Müller(i)n usw.
Ich denke, damals hat man das dann einfach so aufgeschrieben, wie das ausgesprochen wurde.
Oder war man was "besseres" oder "minderwertigeres" wenn man z.B. "die Kocherin" war??

Re: Namensendung "in" bei weiblichen Nachnahmen

Verfasst: Mi 2. Mär 2011, 09:56
von Hans Kühnling
Hallo Waltraud,
Waltraud Horchheimer hat geschrieben:Wenn es schnell gehen musste, oder wenn irgendwo
ein Fehler war, hießen sie dann plötzlich: d' Maier(i)n, d' Müller(i)n usw
bei uns war das dann "ei wecht noch die di Millern" also immer ein "n" am Ende ohne "i", er war/ist dann "de Miller"
Waltraud Horchheimer hat geschrieben: Ich denke, damals hat man das dann einfach so aufgeschrieben, wie das ausgesprochen wurde.
Oder war man was "besseres" oder "minderwertigeres" wenn man z.B. "die Kocherin" war??
Aufschreiben und Aussprache:

Ja, die meisten konnten ja nicht schreiben und dann auch nicht Buchstabieren und dann hat der nachweislich im 18. Jhd. lebende Kühnling zum "Parre gesaht" bei der Taufe seines Kindes "ei meer hesen Kinling" und so wurde im KB mehrmals "Kinling" eingetrage obwohl 100 Jahre vorher im gleichen KB immer Kühnling stand.

Ein weiters Beispiel das ich hier auch schon mal berichtet habe:

Georg Kühnling hat sich um 1775 aus de "Palz uff de Weg gemacht" und hat in Veldenz an der Mosel eine Wittwe geehelicht, bei der Heirat ist der Eintrag des Namens noch korrekt, die daraus gezeugten Kinder sind bei der Taufe alle mit dem Namen "Kinling" eingetragen. Der erste Sohn heiratete 18xx und in der Heiratsurkunde des Zivilstandes ist der Name "Kinnling" eingetragen mit 2 "n", alle Nachkommen, heute noch in Burgen, Veldenz und Düsseldorf heißen alle "Kinnling" sonst gibt es den Namen nicht in Deutschland.

"besseres" oder "minderwertigeres"

Nein, nicht nach meinen Beobachtungen.
Es ist schon richtig, wie einige schrieben, dass es Pfarrer gab die das "in" nur bei dem Geburtsnamen angehängt haben aber die sind aus meinen Erfahrungen in der Minderheit. In meinen tausenden KB-Seiten die ich und ein Kollege digitalisiert haben (und natürlich auch gelesen) sehe ich und er das so, dass der Anhang "in" in den meisten Fällen einfach genutzt wurde um das "weibliche" darzustellen.

ca. 1810 hat eine kath. Frau einen evang. Mann geheiratet und jetzt kommt das was ander immer wieder bestreiten und für nicht möglich erachten, sie wurden am selben Tage kath., prot. und vom Zivilstand getraut. In der kath. Kirche (KB) wurde vereinbart, das die weiblichen Nachkommen kath. getauft werden, die männl. Nachkommen prot..

Im kath. wie im ev. KB ist der Name der Braut Dietjein
Im Zivilstandsregister ist der Name der Braut DITTJEIN obwohl es ja auf keinen Fall so war, dass in den Zivilstandsregistern das "in" angehängt wurde, im Trauakt steht aber auch bei den Unterschriften, "dass die Braut und ihre anwesende Mutter des Schreibens und Lesens nicht mächtig sind".

Die Braut und Mutter hießen "Didier", die Mutter stammt aus Morlautern heute Kaiserslautern, die Tochter wurde illegitim in einem Heim in Heidelberg geboren und dort getauft. Uff pälzisch hesen heit noch di "Didier´s", di "Didje´s", die letzten waren in Grünstadt bis vor ca 20 Jahren die Schamottwerke Didier und die Arbeiter haben beim "Didje geschafft".

Nun ist wohl klar wie der Name in den KB´s und im Zivilstandsregister zu stande kam, Mutter und Tochter konnten nicht lesen somit auch nicht sagen ob der Name richtig geschrieben ist, auf die Frage wie heißen sie kam die Antwort: "ich bin die Dietje(in)"

vG
Hans